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Dienstag, 11. Juni 2013, 00:15

Was ist das Parelli-System?

Viele von euch werden schon die Frage zwischen zwei Pferdebesitzern gehört haben: "Machst du eigentlich Parelli?" Parelli steht als Markenzeichen für Horsemanship, so wie der Markenname Tempo als Synonym für Taschentücher steht oder Thesa für Klebstreifen.

Parelli ist ein Ex-Westernreiter, der einfach gelernt hat, mit Pferden zu kommunizieren - durch Gesten, Blicke, mit Knotenhalfter, Strick und Carrot Stick. Das ist Horsemanship vom Feinsten. Erfunden hat er es nicht, aber er hat einen Weg gefunden, es auch dem Laien recht verständlich zu vermitteln. Es gibt Bücher, viele Videos, und auch seine Internetseiten sind sehr informativ - wenn man Englisch kann.

Sein System ist wirklich genial - jetzt kommt das Aber: Die original Parelli-Ausrüstung (und eine Knotenhalfter-Ausrüstung braucht man unbedingt!) ist sehr teuer, seine Videos ebenso, mal ganz zu schweigen von Kursen, die man bei seinen lizensierten Trainern buchen kann. Parelli selbst bekommt man in Deutschland kaum noch zu sehen, und wenn, dann nur in Hallen mit mehr als 5000 Zuschauern. Das ist dann kein Kurs mehr, sondern mehr eine Info-Veranstaltung seines Systems.

Das Prinzip Horsemanship basiert darauf, dass man sich als Mensch möglichst so wie ein Pferd verhält. Wenn ein rangniedriges Pferd an der Badewanne draußen Wasser trinkt und ein ranghöheres Tier kommt, genügt ein böser Blick, und das rangniedrigere Tier muss den Platz verlassen. Wenn es nicht reagiert, wird das ranghöhere Tier mehr drohen oder die Zähne blecken. Das steigert sich so lange, bis das rangniedere Tier gegangen ist. Parelli nennt das Phasen.

Wenn ich mit Pferden arbeite, mache ich ihnen Dinge, die ich nicht will, unangenehm und lobe, wenn sie etwas tun, was ich gefordert habe.

Parelli hat die sogenannten 7 Spiele entwickelt. Er nennt das Spiele, weil er die Leichtigkeit dieser Übungen verdeutlichen will. Würde er es Übungen und Lektionen genannt haben, hätten die Menschen gleich das Gefühl, das er-arbeiten zu müssen. Es sollen aber Spiele zwischen Mensch und Pferd sein. Die 7 Spiele simulieren Situationen, die ich im Umgang mit dem Pferd erlebe. Meine Pferde gehen auf HANDZEICHEN auf den Zirkel, es genügt ein Wackeln mit dem Finger zum Rückwärtsrichten, ein Blick, um das vor mir stehende Pferd zum Seitwärtsgehen zu animieren. Und das alles ohne Gerte und Druck.

Das ganze Horsemanship-Prinzip ist eine Sache der Einstellung.

Ich reite übrigens nicht nach der Methode, sondern reite "normal" Dressur. Aber das mit ziemlicher Leichtigkeit, seit ich das Prinzip Horsemanship verstanden habe...

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