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Donnerstag, 23. Mai 2013, 23:00

Ich kann mein Pferd nicht von der Weide holen

Problem: Dein Pferd lässt sich auf der Weide nicht einfangen. Es läuft vor dir weg, ist dir immer ein Paar Schritte voraus - nur so viele, dass du ihn nicht anfassen kannst.

Dein Pferd hat gelernt, dass du auf die Weide kommst um es zum Arbeiten abzuholen - wo es doch auf der Weide viel schöner ist. Es hat auch gelernt, dass es sich entziehen kann und du keine Möglichkeit hast, dagegen etwas zu unternehmen.

Ich kenne zwei Methoden, die ganz gut funktionieren (du wirst dabei 2-3 Tage nicht zum Reiten kommen!).

Wichtig bei beiden Methoden: Werde niemals böse, sei nicht enttäuscht, schimpfe nicht, belohne dein Pferd, wenn du es gefangen hast!

1. Methode (wenn die Pferdeherde nicht allzu groß ist):
Du gehst auf die Weide und hast die Taschen voller Leckerlis. Nun machst du dich daran, die Pferde auf der Weide zu füttern. Alle - bis auf deins. Es wird nicht lange dauern, und dein Pferd wird ebenfalls neugierig ankommen und sehen wollen, warum um alles in der Welt du dich nicht um ihn, sondern um die anderen Tiere kümmerst, die dich doch nichts angehen!

Was immer auch passiert: Dein Pferd schickst du weg! Du beachtest ihn gar nicht. Du musst warten, bis er förmlich darum bettelt, bei dir sein zu dürfen. Wenn die Leckerlis aufgebraucht sind, gehst du weg. Würdige dein Pferd keines Blickes!

Am nächsten Tag wiederholst du das. Sollte dein Pferd nun wieder neugierig ankommen, kannst du versuchen, ihm ein Halfter aufzulegen und es mitzunehmen. Füttere ihn nicht!!! Dann gehst du mit ihm zum Weide- oder Paddocktor. Dort bekommt er ein Leckerli und viele Streicheleinheiten. Dann machst du das Halfter wieder ab (bzw. den Strick los) und entlässt ihn in die Freiheit. Dein Pferd lernt: O.k. ich muss nicht immer arbeiten, wenn Frauchen kommt!

Glaube mir, du wirst nur wenige Male brauchen, bis dein Pferd sein Verhalten ablegt. Wenn du unsicher bist, ob du das Halfter auflegen kannst, stelle ihn während der Übungsphase mit Halfter auf die Weide, damit du den Führstrick leicht dranmachen kannst. Dein Pferd lernt nun, dass es sehr wohl zu dir kommen kann, weil ja nichts Schlimmes (aus Pferdesicht) passiert.

Wichtig bei alledem: Du musst dich für dein Pferd interessant machen. Es muss von selbst zu dir kommen wollen. Das geschieht eben dadurch, dass du dich mit allen anderen Tieren beschäftigst.

Und: Versuche mal, wie ein Pferd zu denken, wie dein Pferd: Was mag in ihm vorgehen, wenn er sich dir gegenüber so rüde verhält? Was würdest du gerne haben, wie sollte sich dein Besitzer verhalten? Vielleicht bringt dir auch das eine Lösung...

Die oben genannte Methode funktioniert nur, wenn die anderen Pferde auf der Weide anständig erzogen sind. Pass auf, dass sie dich nicht alle über den Haufen rennen, um ein Leckerli zu bekommen. Es kann hilfreich sein, eine Gerte dabei zu haben, damit du deine Sicherheitszone verteidigen kannst.

Zweiter Weg (hierbei ist eine kleinere Weide hilfreich):
Den kannst du wählen, wenn du dich nicht mit Leckerlis zwischen die ganzen Pferde traust oder aber die Pferdeherde zu groß ist: Der Weg ist einfach, aber anstrengend.

Du hältst das Halfter mit dem Führstrick gut sichtbar in der Hand. Dann gehst du gemächlich zu deinem Pferd. Es wendet sich wie erwartet von dir ab. Was machst du? Du gehst hinterher. Egal, wohin dein Pferd geht: Du folgst ihm. Es wird ein paar Meter weit weglaufen, dann wieder grasen. Und schon bist du da, störst es beim Grasen. Es wird weiterziehen, du auch.

Wenn du Pech hast, latschst du drei Stunden hinter ihm her! Hauptsache, du hast den längeren Atem. Irgendwann wird es entnervt stehen bleiben. Dann halfterst du es auf, bringst es zum Ausgang, gibst ihm ein Leckerli - und lässt es wieder frei. Vermutlich hast du die Endlos-Lauferei nur einmal. Am zweiten Tag wird das Pferd deutlich weniger lang weglaufen. Nach ein paar Tagen ist das Problem gelöst!

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