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Donnerstag, 2. Mai 2013, 22:04

Die Ausrüstung von HSH

Die Bodenarbeit von HSH ist Arbeit an langen Leinen, meist im Schritt im Hinterhergehen. Die Pferde tragen einen Kappzaum und sind daran ausgebunden. Wichtig: Alle Ausbinder und die Leinen sind mit Sporenriemchen an den entsprechenden Stellen eingeschnallt. Die Sporenriemchen sollen aus billigstem Leder sein. Ihre einzige Aufgabe: Sie bilden eine Sollbruchstelle, sollte sich das Pferd oder der Ausbilder einmal darin verheddern. Die Pferde – auch die noch ungerittenen – werden von Anfang an mit Sattel gearbeitet, damit sich früh eine korrekte Sattellage ausbildet. Auch die jungen Pferde werden ausgebunden – anfangs natürlich noch sehr lang. Erst im Laufe der Gewöhnung werden die Ausbinder verkürzt.



Hinterhergehen im Schritt

Cera trägt zusätzlich einen normalen elastischen Deckenbauchgurt um den Sattel. Ich mache das, damit sich die Leinen nicht unter den Sattelblättern verfangen.

Die Ausrüstung im Detail



Ein Pferd in der kompletten Ausrüstung

Das Bild zeigt das Pferd in der kompletten Ausrüstung. Fürs Foto wurden die unterschiedlichen Leinen eingefärbt. In Natur sind sie natürlich schwarz oder braun, je nach Ledersorte.

Blau: Das sind die Oberzügel. Sie kommen beim jungen bzw. unerfahrenen HSH-Pferd noch nicht zum Einsatz. Sie sind nur angebracht, damit sich das Pferd daran gewöhnt. In einer späteren Ausbildungsphase sorgen sie für die nötige Aufrichtung des Pferdes und für eine korrekte Stellung des Kopfes in den Seitengängen.

Grün: Die Unterzügel. Sie funktionieren wie “normale” Dreieckszügel, mit dem Unterschied, dass sie oben am Sattel an den Zügelhaltern eingeschnallt sind und nicht an der Seite zum Sattelgurt führen. Sie werden durch die großen Ringe des Kappzaums geführt und gehen zwischen den Vorderbeinen zum Sattelgurt und werden dort mit einem Sporenriemchen befestigt.

Rot: Die langen Leinen. Sie bestehen aus zwei Teilen unterschiedlicher Farbe und sind an ihrem Ende mit zwei Sporenriemchen als Sollbruchstelle miteinander verbunden. Sie werden mit Sporenriemchen links und rechts in die großen Ringe des Kappzaums geschnallt. Sie sind deshalb unterschiedlich lang, damit man beim Geradeausgehen hinter dem Pferd nicht immer das Verbindungsstück in der Hand hält. Die unterschiedliche Färbung (schwarz und braun) erleichtert das Erkennen der Außen- oder Innenleine. Das ist besonders bei seitlich übergeworfenen Leinen hilfreich.

Der Kappzaum

Das Herzstück der Ausrüstung ist der besondere Kappzaum, den Fritz Stahlecker im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt hat, bis nun dieses Modell entstanden ist. Der Kappzaum ist aus Leder handgefertigt und weich und flexibel. Er besitzt keinen Metallkern. Ganz im Gegenteil: Nasen- und Stirnriemen sind extra dick mit Watte gepolstert. Grund: Es soll nichts drücken. Das Pferd soll nicht durch Schmerzen zum Nachgeben gezwungen werden.



Der HSH Schulzaum

Meinen Kappzaum für Cera benutze ich nun fast täglich seit zwei Jahren mit mehreren Pferden. Er hat inzwischen Gebrauchsspuren, aber seiner Funktionalität tut das keinen Abbruch. Die beiden Ringe am Nasenriemen wirken etwas groß, aber sie gewährleisten, dass die Ausbindezügel stets frei gleiten können. Das dicke Nasenpolster kann ist nur mit einem Klettverschluss mit dem Kappzaum verbunden und kann zum Nachpolstern herausgenommen werden. Watte zum Nachstopfen wird mitgeliefert.



Das Nasenkissen kann herausgenommen und nachgepolstert werden.

Ich habe schon früher verschiedene Kappzäume ausprobiert. Bei allen hatte ich das Problem, dass sie sich im Laufe der Arbeit verschieben und dicht am äußeren Auge hängen. Das ist mir beim HSH-Kappzaum noch nie passiert – selbst, wenn die Pferde mal ordentlich daran gezogen haben.

Obwohl er so dick gepolstert ist, kommen die Paraden, die man mit den Leinen gibt beim Pferd an, und auch wilde Gesellen kann man damit halten.

Die Zügelhalter

Was fehlt noch? Die praktischen Zügelhalter an die Ober- und Unterzügel am Sattel eingeschnallt werden. Sie werden in die Halterung der Steigbügel geschoben. Das Umschnallen der Unterzügel (für die Länge) ist bequem und dauert nicht lang, weil man in “anständiger Griffhöhe” arbeitet.

Und so sehen sie aus:


Die Zügelhalter im Detail

Die “Blind-Trense”

So, wie die Pferde von Anfang an gesattelt werden, tragen sie auch zu Beginn eine einfach gebrochene Wassertrense. Für meinen Youngster Donovan habe ich eine normale Trense “entkleidet”. Es bleiben nur die beiden Backenriemen und das Kopfstück übrig, um sie überstülpen zu können. An der Trense wird weder ausgebunden, noch gehören dort die Leinen dran. Sie dient nur dazu, das junge Pferd ans Gebiss zu gewöhnen.



Die Trense - auf ein Minimum reduziert

Sporenriemchen und Deckengurt

Das einzige, was jetzt noch zur kompletten Ausrüstung fehlt, sind fünf einfache Sporenriemen aus Leder oder Kunstoff. So billig und dünn wie möglich. Die geflochtenen Riemchen gehen nicht! Ich kaufe sie gern auf Messen ein, da kann man oft auch einen Rabatt raushandeln.

Wenn das Leder der Riemchen zu haltbar und dick ist, einfach mit der Lochzange ein paar mehr Löcher dicht an dicht zwicken. Denn die Sporenriemchen bilden im Notfall die Sollbruchstelle, damit niemand in den Leinen hängen bleibt. Ich besitze noch die Riemchen der ersten Stunde! Dabei schnalle ich sie immer in das erste verfügbare Loch. Wenn ein Pferd auf die Leinen tritt und ein Riemchen reißt, geht nur ein Loch flöten. Man kann sie weiter benutzen. So haben sich meine im Laufe der Monate um die Hälfte verkürzt, erfüllen aber immer noch ihren Zweck!

Was ich auch als sehr hilfreich empfinde, ist ein einfacher elastischer Deckengurt, den ich um den gesamten Sattel spanne. Er verhindert, dass sich die Leinen beim Überwerfen oder zwischendrin unter den Sattelblättern verfangen.

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