Arbeit mit Rasga an der Hand

Die Vorbereitung von Rasga auf die HSH-Ausbildung geht weiter. Für heute hat sich Birgit abgemeldet, ich bin mit Rasga allein in der Halle, d.h. fast allein: Evi konnte ich überreden zuzugucken.
Rasga ist ein bisschen nervös heute, weil es draußen wieder wie aus Kübeln gießt und eine der Dachrinnen an der Hallenaußenseite offenbar verstopft ist und das Wasser laut plätschernd überschwappt. Egal, Rasga muss sich trotzdem konzentrieren. Da bestehe ich drauf.
Die üblichen Schrittübungen gehen wie gewohnt gut, „Schaukel“ vorwärts und rückwärts – auch in schnellem vor und zurück ebenso. Das Schulterherein an der Hand auf großem Kreisbogen mag sie immer noch nicht, aber sie macht mit – links wie rechts, auch im Trab. Dass sie gelegentlich dabei stöhnt, ignoriere ich, lobe aber tüchtig.
Dann probiere ich ein paar „Einwickelaktionen“ mit der Longe. Hat sie Angst, wenn die Leine um ihre Beine hängt? Nein! Ich kann sie darin ein- und wieder ausdrehen, in beide Richtungen.
Die Arbeit an der Longe (longieren) setze ich ebenfalls fort. Heute verlange ich einen „Schlampertrab“. Sie fällt mehrfach in den Schritt. Für Rasga ein großer Fortschritt, aber heute möchte ich, dass sie freiwillig ruhig weitertrabt. Gelingt links herum sehr gut, rechts herum so lala. Ich mache ihr auch hier klar: Wenn ich auf deine Hinterhand gucke, nimm den Popo weg, bleib stehen und gucke mich an. Dazu treffe ich sie einmal mit dem Stock auf den Hintern, damit sie begreift, was ich will.
Nach zwei weiteren Versuchen, hat sie’s kapiert. Wenn ich sie jetzt auf den Zirkel schicke und sie die ersten eiligen Trabtritte hinlegt, stoppe ich sie sofort mit Hintern wegschicken. Das zeigt Wirkung. Bald verliert sie die Lust zu rennen.
Ich traue mich sogar wieder an den Galopp – allerdings nur links herum. Ich lasse sie in die Ecke hinein angaloppieren – und stoppe sie nach zwei Galoppsprüngen. Rasga ist irritiert, schafft es so nicht „Fahrt aufzunehmen“. Das mache ich vier mal hintereinander. Dann geht’s noch mal im Trab um mich herum. Kann sie noch gelassen traben -trotz Galopp? Ja! Auch ein großer Fortschritt.
Zum Abschluss übe ich mit ihr noch mal den Spanischen Schritt. Der ist seeeehr schlecht, weil sie nicht zulaufen mag, wenn ich hinter ihrer Schulter stehe. Ich bestehe darauf, und plötzlich kommen die erste Schritte – obwohl ich hinten gehe. Bravo! Es ist nicht geregelt genug, die Tritte sind noch nicht gleichmäßig. Das macht aber nichts. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich das von selbst einstellt.
Morgen stecke ich sie in die HSH-Ausrüstung! Bin schon ganz gespannt.