Cera hat Aua in den Vorderbeinen

Cera ist ja schon seit Ende November immer mal wieder “unpässlich” gewesen: Mal war sie einfach schräg drauf und wollte nicht wirklich geritten werden, mal war sie ernsthaft lahm – immer vorne links. Ihr machte offenbar die Hufgelenksarthrose zu schaffen.

Ich beschloss, sie eine Weile ganz alleine zu reiten. Schon das erste Reiten war die reinste Katastrophe: Cera rollte sich ein (das hat sie noch nie gemacht!), ließ sich rechts herum kaum biegen, versuchte immer wieder, ihren Kopf leicht nach links zu verwerfen.

Klarer Fall für einen Osteopathen! Noch vor Weihnachten kam Dr. Breiling und hat massiv an Ceras Rücken herumgedrückt, geschoben und gezogen, den Hals ein wenig eingerenkt, Beine gelockert, Schulter gerichtet und, und, und. Die Behandlung dauerte eine ganze Stunde. Danach sollte sie vier Tage Reitpause haben, dann wieder starten. Das habe ich gemacht. Das Reitgefühl war um Klassen besser. Cera ging relativ entspannt und wieder in vernünftiger Anlehnung. Aber nach rechts biegen war immer noch nicht so wie sonst. Also kam Dr. Breiling erneut und korrigierte. Inzwischen hatten wir schon Januar.

Ich habe Cera nun eine Woche lang konsequent jeden Tag geritten, immer eine gute halbe Stunde, und das Arbeitspensum allmählich angezogen. Von beinah nur Schritt bis hin zu langen Trabsequenzen und Galopp-Reprisen. Seitengänge waren tabu, ebenso wie enge Wendungen. Cera hat in dieser Woche ein wenig abgenommen, hörte mir wieder besser zu, reagierte flinker auf Kommandos wie antraben oder halten. Aber nach dieser Woche war sie schon wieder lahm.

Der Tierarzt empfahl, das Pferd mit besonderen Alu-Eisen zu beschlagen, um den Huf zu stabilisieren und ein seitliches Kippen zu verhindern. Gesagt – getan. Nach einer anfangs deutlichen Verbesserung lahmte Cera trotzdem wieder.

033_30AEs folgte eine eingehende Untersuchung durch meinen Haustierarzt und zuletzt eine Lokal-Anästhesie um die Lahmheit einzugrenzen. Der leider eindeutige Befund ist leider alles andere als schön: Cera hat eine Hufrollenveränderung. Mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern läuft sie derzeit zwar lahmfrei, wird aber zurzeit auch nicht geritten.

Ich entschied mich als erste Therapie für eine Infusionsbehandlung mit einem Mittel namens Tildren. Dieses Medikament verhindert Knochenabbau. Die Therapie ist relativ neu, und es gab gute Ergebnisse bei Spat- und Hufrollen-Erkrankungen. Jetzt heißt es abwarten und sehen, wie schnell und ob überhaupt das Mittel anschlägt. Eine deutliche Verbesserung sehe ich aber erst in gut 4-8 Wochen. Das Medikament lagert sich in den Knochen ab und verbleibt dort bis zu acht Monate. Danach kann man die Behandlung wiederholen.

Unterdessen bekommt Cera weiter Schmerzmittel und Entzündungshemmer. Wenn sie lahmfrei ist, darf sie auch etwas geritten werden – natürlich immer ihrem Befund entsprechend schonend: Keine Seitengänge, keine engen Wendungen, kein wilder Galopp auf unebenem Geläuf.

Sollte das alles nichts helfen, bleibt mir nur noch der Nervenschnitt, der das Schmerzempfinden im hinteren Bereich des Hufballens ausschaltet. Das ist natürlich eine ziemlich endgültige Entscheidung, wird aber von allen befürwortet, weil sie dem Pferd ein großes Stück Lebensqualität zurückgibt – wenn man sie dann nur noch schonend reitet. Na ja, im Moment hoffe ich ja noch auf die Wirkung von Tildren!

Also drückt uns allen die Daumen, das die Behandlung grandios anschlägt!