Die Pferde haben Frühlingsgefühle

Vor gut einer Woche fingen meine Pferde an zu haaren. Nur ein wenig, aber immerhin. Der Frühling ist also nicht mehr fern. Auf die Natur kann man sich in der Regel doch immer verlassen.

Cera ist wieder mal extrem rossig. Das ist sie im Frühjahr auch immer stärker als zu anderen Zeiten.

Seit zwei Tagen bläst mir hier ein kräftiger Wind um die Nase, der so heftig war, dass ich nicht einmal den Mist hoch schaufeln konnte. Von jeder Forke Mist kam die Hälfte wieder zurück. Der Mist flog natürlich nicht auf den Boden, sondern mir direkt ins Gesicht und in die Haare. Ich habe dann auf weitere Versuche verzichtet.

Die Weiden musste ich vor zwei Tagen ebenfalls schließen. Es wird täglich etwas wärmer, was bei uns aber auch immer mit Regen einhergeht. Der Boden ist zwar noch nicht frostfrei, aber die oberste Schicht ist soweit aufgetaut, dass die Pferdehufe auf der Wiese großen Schaden anrichten. Dafür ist mein großer Außenpaddock wunderbar eben und trocken.

Heute war ich kaum in der Lage, das Heu nach draußen zu bringen, so hat es gestürmt. Die Pferde waren entsprechend aufgekratzt. Den ganzen Vormittag hörte ich immer wieder ein Quieken. Garantiert Cera, die wieder versuchte, einen der Jungs unanständig anzumachen – um dann scheinbar peinlich berührt zu protestieren.

Über Anton und Donovan musste ich lachen: Sie hatten sich im Roundpen eingesperrt. Der Sturm hatte offenbar das Türchen zugeweht. Und wo Donovan steht, ist auch Rasga nicht weit. Sie leistete den zweien ungewollt Gesellschaft. Dazwischen haben sich alle mit kleineren Rangeleien die Zeit vertrieben, sich von A nach B gejagt oder sich genüsslich im feuchten Sand gewälzt.