Donovan kann schon fast den Spanischen Trab!

Weil es so lausig kalt ist und Donovan ja jetzt mit Decke draußen steht, spiele ich mit ihm viel frei in der Halle. Seine größte Freude ist es auch, sich gleich in den Dreck zu schmeißen. Das tut er mit Genuss und manchmal fünf Mal hintereinander. Daraus mache ich ein Ritual: Immer wenn er dabei ist, sich hinzulegen, gebe ich ihm das Kommando: “Leg dich hin!”. Wenn er dann liegt und sich ein paar Mal gerollt hat, gehe ich zu ihm und sage “warte!”. Dann knie ich mich neben ihn, und er bekommt ein Leckerli.
Jetzt wartet er schon mit dem Aufstehen, ob ich nicht in der Nähe bin und mir Leckerlis aus der Tasche wachsen…
Um ihm genügend Bewegung zu verschaffen (draußen bewegt er sich auf dem gefrorenen Boden nicht genug), lasse ich ihn frei um mich auf dem Zirkel herumtraben und am Spiegel halten. Das macht er perfekt, steht kerzengerade.
Schon seit Tagen übe ich ja wieder den Spanischen Schritt. Und weil er mir dabei manchmal zu sehr auf die Pelle rückt, bin ich dazu übergegangen, den Spanischen Schritt auf dem Zirkel zu fordern. Das klappt gut. Vor drei, vier Tagen habe ich zum ersten Mal versucht, den Spanischen Schritt in den Trab mit rüberzunehmen. Donovan bringt sich fast um, um die lange Gerte mit dem Zipfel dran zu erwischen.
Wenn Cera das macht, dann streckt sie die Füße nach dem Stock. Donovan hingegen will das Schleifchen vorne dran tottreten! Nach den ersten zwei Ansätzen habe ich gleich Schluss gemacht. Erst am nächsten Tag ging es weiter.
Inzwischen ist die Aggressivität zur Gerte geringer geworden. Inzwischen ist Donovan eher bemüht, das Schleifchen am Ende zu fangen. Er macht dabei einen solchen Kragen und kann seine Beine fast bis über die Ohren recken. Wenn das mal geregelt kommt, wird es wunderschön sein.
Viel lieber hätte ich die Lektion natürlich auch in der HSH-Ausrüstung und nicht frei um mich herum laufend… Na ja, man kann halt nicht alles haben.
Wenn ich dann zurück in meine “Stöckchen-Ecke” gehe, weiß ich, dass mir Donovan folgt. Manchmal höre ich ihn dann auch: Tong, tong hauen seine Füße im Takt auf den Boden – weil er der Gerte, die ich unter meinen Arm geklemmt habe, im Spanischen Schritt folgt. Dabei ist ihm egal, ob ich ihm den Rücken zukehre oder nicht.
Diese freie Arbeit liebt Donovan. Er läuft wie ein wilder Hengst einmal um die Halle, um dann zu mir gelaufen zu kommen, damit ich ihn kraule. Ein unheimlich selbstbewusster Bursche, der vor nichts Angst hat.