Donovan macht Fortschritte

Nachdem Donovan zwei Tage Pause hatte, ziehe ich ihn heute wieder raus. Ich würde ihm gern die „Blindtrense“ einlegen. Einpassendes Gebiss habe ich gefunden. Was aber nicht passen will, ist der Lederiemen. Er ist das Herzstück einer alten, rundgenähten Trense meiner Trakehner-Rentnerin Hazel, die immer noch – nun 29-jährig – auf einem Gnadenhof steht. Donovans Kopf ist dafür einfach zu klein. Schade. Muss ich mit der Trense bis zum Wochenende warten, bis ich was anderes gefunden habe.

Ansonsten geht’s wie am Wochenende weiter. Ganz allmählich stellen sich Fortschritte ein. Ich muss ihn mit dem Stöckchen nicht mehr immer zum gerade hinstellen anticken. Es genügt, mit dem Stöckchen dahinzuzeigen. Er reagiert manchmal noch unwirsch, aber nach zwei, drei Versuchen stehen die Hinterbeine perfekt. Ich kann loben!

Allerdings hat er – während ich an den Hinterbeinen lobe – vorne schon wieder die Ausbinder, Teile der Longe oder das Sporenriemchen im Maul…

Weiter übe ich auch das Rückwärtsrichten. Damit hat er große Probleme. Es gelingt flüssiger, wenn ich ihn ein paar Mal vor und zurückrichte. Ich selbst gehe dabei rückwärts, bzw. vorwärts. Das heißt, ich drehe mich nicht zum Vorwärtsführen um.

Weil er insgesamt recht artig ist und ich vorsichtshalber die gesamten Leinen dabei habe, versuche ich es mit dem Hinterhergehen! Ich streiche ihn mit dem Leinenpaket an der Hinterhand und den Hinterbeinen ab, bis ich irgendwan hinter ihm stehe. Ich muss ihn jetzt mit den Leinen leicht anklatschen, damit er losgeht. Hmm, ist mir etwas mulmig. Vielleicht geht er ja von alleine los, wenn ich lange genug warte? Nein, tut er nicht. Also, ein zaghaftes antouchieren mit den Leinen an seinen Hinterbacken – und Donovan zackelt los. Ich lobe mit der Stimme und gehe hinterher.

Wir schaffen allerdings nur wenige Meter, dann driftet Donovan nach rechts in die Mitte ab. Ich kann ihn noch nicht zurückhalten, gehe notgedrungen hinterher. So robbe ich mich weitere Meter voran. Dann höre ich auf. Donovan ist ganz artig geblieben, ist nicht weggelaufen, hat sich nicht über mein Dahintersein gewundert. Das ist ein guter Erfolg für den ersten Tag.

Morgen mache ich weiter! Bin schon ganz gespannt.