Donovan reiten – 11. Tag

Arbeitsbeginn wieder in der Halle in der üblichen Ausrüstung. Über Nacht hat es hier wieder tüchtig geregnet, der Platz steht leider wieder unter Wasser. Macht ja nichts, ich habe ja die Halle!

Donovan kommt nicht ohne Eskapaden beim Longieren aus. Aber: Sie werden weniger heftig. Ich habe den Eindruck, dass er auch nicht mehr so vehement versucht, sich los zu reißen. Ich hoffe, dass meine Beobachtung stimmt.

Ich dirigiere ihn mit der langen Longierpeitsche, um auch in großem Abstand Einfluss auf ihn nehmen zu können. Immer wieder lasse ich den Peitschenlag gegen seine Hinterbeine fallen. Er quittiert das oft mit Ausschlagen, obwohl ihn das Peitschenende nur sanft berührt. Ich mache trotzdem weiter, Donovan muss sich daran gewöhnen.

Immer besser funktioniert das Angaloppieren. Donovan kann schon mehrere Zirkelrunden absolvieren, hält auf Zuruf sofort an. Ich versuche, etwas Abwechslung in die Einheit zu bringen: Mal muss er über Stangen treten, mal zwischen zwei Hindernisblöcken hindurch. Ich bemühe mich sehr, die Stunde stets ruhig und gelassen zu beginnen. Ich hoffe, dass er das kapiert und sich fügt. Ich hasse es, immer wieder "den Macker" herauskehren zu müssen…

Nach der Longeneinheit: Aufsitzen! Heute habe ich die Longe ganz abgemacht und meine Seilzügel in das Halfter unten am Knoten eingehängt. Sie ins Gebiss einzuklinken bringt nichts, weil Donovan auf links oder rechts noch nicht reagiert und dann eher stehen bleibt. Habe ich die Longe zusätzlich in der Hand, ist diese ja stets links, weil ich da aufgestiegen bin – und ich kann nur links herum reiten, weil ich nur da dann Führung am Halfter habe.

Das war nun heute anders. Mit in die Richtung weisenden Händen am Zügel und damit am Halfter kann ich ihn abwenden und dirigieren. Das Losgehen war heute schon richtig gut. Wenn Donovan stehen bleibt klopfe ich ihm mit dem Zügelende auf die Schultern, gleichzeitig mache ich Druck mit den Schenkeln. Und Donovan beginnt, mich zu verstehen!

Eine Runde links herum (nicht rund, aber immerhin) und eine Runde rechts herum. Das konnte ich heute mehrfach ausprobieren. Dann lasse ich ihn noch bis in die Mitte gehen – und steige ab.

Die Reitzeit hat sich damit auf gut zehn Minuten erhöht. Für ein Pferd ohne Probleme Firlefanz! Für Donovan eine gewaltige Leistung.

Ich freue mich schon auf morgen!