Ein kleines Missgeschick – Teil 1

Es ist nur wenige Tage her, da schrieb ich über meine Gedanken über Donovan, war guter Hoffnung, endlich einen "Zugang" zu ihm gefunden zu haben. Na ja, das war vor ein paar Tagen…

Seit letzem Freitag haben wir unterirdisch schlechtes Wetter. Es stürmt zum Teil orkanartig, dazu Regen satt (Hier im Norden fiel in den letzten drei Tagen so viel Regen wie sonst im ganzen Februar)…

Bei so einem Sturm, wenn die Halle zittert und klappert, ist an konzentrierte Arbeit mit Donovan nicht zu denken. Anton tut sich dann auch schwer. Weil beide auch – trotz Regendecke – pitschnass waren – jedenfalls außerhalb des Deckenbereichs, ließ ich beide in die Halle, um sich ein bisschen auszutoben und ausgiebig trocken zu wälzen.

Unterdessen habe ich ihr Zuhause "schön gemacht". Mit den Decken und einer Bürste im Arm ging ich dann zurück in die Halle, um sie wieder fit für draußen zu machen. Evi ("Mutter" von Rasga) stand an der Bande und beobachtete uns.

Ich war gerade dabei Donovan sauber zu bürsten, als er irgend ein gruseliges Geräusch hörte und sich wie von der Tarantel gestochen umdrehte. Leider in meine Richtung, und da war mein Kopf im Weg! Pferdekopf trifft Menschenkopf! Man kann sich leicht ausmalen, wer da den kürzeren zieht!

Es hat mich sofort zu Boden gehauen. Ich musste mich ein paar Sekunden sammeln: Blut tropfte mir aus der Nase, und im ersten Moment dachte ich, meine Nase sei gebrochen. Aber so schlimm war es dann doch nicht. Aber der Rahmen der Brille hat über dem Wangenknochen eine kleine Platzwunde entstehen lassen – deshalb wohl auch das viele Blut – und mir fehlte ein Eckzahn! Was für ein Sch…

Ich bewundere ja Evi, die völlig cool geblieben ist, mir ein paar Taschentücher reichte und Desinfektionsmittel anbot und mir auch beim Suchen der Brille half, die dicht hinter Donovans Hinterbeinen im Dreck lag.

Ich bin dann erst einmal in die Wohnung, um mich zu waschen und das ganze Ausmaß des Schadens zu begutachten. Na ja, die Platzwunde blutete immer noch – gute Selbstreinigung! – aber die Nase war noch gerade und fest, das Nasenbluten hatte dann auch irgendwann aufgehört. Der abgebrochene Eckzahn war da schon unangenehmer…

Ich sah aus wie ein Penner aus dem schlimmsten Armenviertel: Meine organgefarbene Jacke war ja durch den Regen beim Ausmisten eh schon ganz durchnässt gewesen, nun war sie noch mit Hallenboden eingesaut und mit Blut besudelt…

Ich hab dann die Jungs erst einmal wieder in ihr Zuhause gebracht. Evi schlug vor, mich ins Krankenhaus zu fahren. Das wollte ich aber nicht. Samstags in der Notaufnahme – nein danke! Da wartet man Stunden, wird von einem Urologen oder einer Hebamme geröntgt. Und was hätten sie schon behandeln sollen? Nase war ja noch dran.

Aber ich habe dann doch ihren Rat befolgt, mich einen Moment hinzulegen und das Gesicht zu kühlen, ehe ich die anderen Boxen miste.

Na ja, wenn man nach so einem Schlag erst einmal zur Ruhe kommt… Ich habe die gute Sara angerufen und gefragt, ob sie nicht Stalltechnisch für mich einspringen könnte. Knapp 20 Minuten später war sie da.

Abends ging es mir schon wieder recht ordentlich. Die Nase hatte zwar die Form eines Blumenkohls, aber die Platzwunde war zugetrocknet, Kopfschmerzen hatte ich auch keine.