Hunde, Pferde, Matsch und trübes Wetter

Heute hat es mit den Hunden einen großen Fortschritt gegeben: Die Katzen haben wieder Einzug ins Wohnzimmer gehalten. Jedenfalls ein klein wenig. Purzel war der erste, der frech durch das Zimmer stolzierte. Apollo und Zeus hielten gerade ihr Mittagsnickerchen und haben das nur schläfrig wahr genommen. Purzel saß links neben mir am Schreibtisch und stimmte ein Klagelied an, während beide Hunde rechts neben mir ineinander verschränkt träumten. Ich habe Purzel erst bemerkt, als Apollo ein leises, tiefes Grollen los ließ. Ich habe ihn beruhigt. Und dann war auch gut.

Purzels Mut hat auch Jenny angesteckt. Sie macht das ja nicht so direkt wie ihr Zimmergenosse. Sie schlich sich an der Wand entlang, um dann auf das kleine Tischchen neben der Terrassentür zu hüpfen. Dort habe ich ihr das kuschelige Katzenkissen hingelegt. Und auf dem liegt sie nun zusammengerollt und schläft. Jenny ist selig, wieder in meiner Nähe sein zu dürfen. Die Hunde beäugt sie zwischendurch argwöhnisch. Ich passe auf, dass die zwei respektvoll Abstand halten. So lange die Katzen nicht weglaufen, ist alles gut – glaube ich. Ansonsten, würden Apollo und Zeus wohl hinterher stürzen.

Heute war ich mit allen Pferden einzeln in der Halle. Laufenlassen. Wie haben sie das genossen! Donovan war der erste. Ich muss nicht erwähnen, dass ausgerechnet, als ich mit ihm die Halle betrat, ein Mensch draußen irgendwo anfing, die Straße sauber zu schaufeln. Obendrein tobten irgendwo Kinder mit lauten Geschrei auf Skateboards oder Rollerskates. Donovan war tierisch aufgeregt. Mit hochgestreckter Schweifrübe, lautem Geschnorchel und totalem Angebertrab umkreiste er mich auf einem großen Zirkel. Zwanzig Minuten lang. Er hat sich nicht beruhigt. Und das Wälzen fiel auch sehr kurz und hastig aus. Schon als ich ihn aus der Box holte, muss draußen irgend etwas losgewesen sein, denn alle Pferde standen draußen und stierten und horchten in die Ferne.

Cera war nicht weniger aufgekratzt. Bei ihr wollte ich ja sehen, ob sie noch lahm ist oder nicht. Sie ist nicht. Obwohl ich nicht viele Trabsequenzen gesehen habe. Cera liebt den Galopp. Mehrere fliegende Galoppwechsel hat sie spielerisch auf der Diagonalen hingelegt, das Luder. Unter dem Sattel will sie mir das ja so gar nicht zeigen. Ich musste nur in der Mitte stehen und zugucken – und aufpassen, dass sie sich nicht in Schweiß läuft.

Der einzig "Vernünftige" war Dango. Er trabte wie gefordert brav außen herum, galoppierte auf Fingerzeig, wechselte die Richtung. Wälzen wollte er sich nicht. Und geschnaubt hat er auch nicht. Na ja, die Pferde haben in den letzten drei Wochen einfach zu wenig getan.

Und eine lustige Geschichte kann ich von den Hunden berichten: Ich nehme sie nun immer zum Heu verteilen in die Stallgasse, damit sie sich an die Pferdegeräusche und den Stall an sich gewöhnen. Die stärker silierten Heureste vom vorherigen Ballen hatten es Apollo angetan. Er lief hin, biss mit offenem Maul hinein und zupfte ein großes Büschel heraus. Das sah so lustig aus: Ein Hund mit einem Riesenschnauzer! Wie hat er sich gefreut, als er damit kopfschüttelnd Richtung Halle tobte (die Tür zur Halle habe ich momentan noch offen, damit die Hunde weglaufen können, wenn sie Angst haben). Und Zeus fand wieder einen Pferdeködel. Den hat er aber nicht gefressen, sondern hoch geworfen, um sich dann darauf zu stürzen und das Ganze zu wiederholen. Im Moment lernt Zeus gerade "Pfötchen geben". Das wird ihm leicht fallen, weil er, wenn er Sitz macht, gern aufgeregt mit einer Pfote winkt. Und er ist heute ein paar Mal dem Ball hinterhergelaufen und hat ihn zu mir gebracht. Vielleicht lernt er auch bald apportieren. Apollo hat größere Mühe, sich länger zu konzentrieren. Ich glaube, Apollo wird erst in ein oder zwei Wochen aufholen, wenn er mehr zur Ruhe gekommen ist. Beide werden noch tüchtig wachsen. Ihr Appetit ist jedenfalls riesig.