Mein Hof-Fest – Teil 2

"Die Bescherung": Erst eine halbe Stunde später erfuhr ich den Grund für das kollektive Verschwinden aller (ihr jetzt auch): Sabrina und die anderen haben noch letzte Hand an ihre Überraschung angelegt.

Als ich in den Wochen zuvor gefragt wurde, was ich mir zum Geburtstag wünschen würde, fiel mir eigentlich nur eines ein, von dem ich stets zu wenig habe: Zeit! Ich habe sonst alles, und das was mir vielleicht noch fehlt, kann ich mir selbst kaufen…

Und das ist die grandiose Idee, die Sabrina und die anderen hatten und wie sie es umgesetzt haben:

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In einer Gemeinschaftsaktion hatten sie eine Uhr gebastelt, die zu jeder vollen Stunde den Umschlag für einen Monat festhielt. Und in jedem Umschlag waren "Zeitgeschenke".

Schon im Vorwege hatte ich meinen Vater gebeten, die Feier für uns zu fotografieren (von der Geschenkaktion ahnte ich ja nichts!), und so stammen die meisten Fotos auch von ihm, die ihr im folgenden seht.

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Nicht nur, dass die Zeitgeschenke in monatliche Happen unterteilt waren, Sabrina hatte von allen geplanten Aktivitäten Fotos gemacht, und zusammen haben sie dazu einen Reim gedichtet.

Es begann mit dem Oktober-Geschenk:
Wir rupfen auf dem Wall das Kraut, das den Pferden den Weg verbaut! (Dazu gab’s ein Foto von dem wieder völlig zugewucherten Wall am Reitplatz)

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Ich durfte die kleinen Verse vorlesen.

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Weiter ging’s mit November:
Im Stall da woll’n wir ordentlich putzen, dann kannst du jeden Schrank benutzen! (dazu ein Foto von den zugegebener Maßen ziemlich verdreckten Stallschränken)

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Der Dezember brachte ein schickes Essen in der Tangstedter Mühle, meinem neuen Lieblingsrestaurant im Dorf:
Heute bleibt die Küche kalt, und du gehst NICHT zum Wienerwald! (sondern zur Tangstedter Mühle)

Und zum Januar hieß es:
Ist der Hufschlag fein geharkt, es sich gleich viel besser trabt! Und ist am Spiegel kein Fleck mehr dran, hält man dort gleich viel lieber an!

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Um 2.00 Uhr kam alles ein wenig ins Stocken – weil zwei Leute eine Riesentorte hereinschleppten! 2.00 ist nämlich die Stunde, an der ich geboren wurde!

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Es war eine ober leckere Rhabarber-Creme Torte mit weicher Marzipan-Umhüllung.

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Und es steckten tatsächlich 58 Kerzen darauf…

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…die ich alle auspusten musste!

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Ich habe mir natürlich auch etwas gewünscht, aber das darf ich hier ja nicht verraten…

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Mit ruhiger, kompetenter Hand hat Nina (rechts im Bild) alles für mich gefilmt! Danke Nina!

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Zusätzlich zur Torte gab es nicht nur die von allen unterschriebene Geburtstagskarte, sondern auch noch drei wunderschöne Boxenschilder für meine Pferde, damit an Ceras Box endlich einmal das Uraltschild ihrer Vorgängerin Hazel verschwindet, und auch meine beiden Pferde-Herren wissen, wo sie zu Hause sind.

Und trotz Torte und Boxenschildern noch ein Zeitgeschenk im Februar:
Nimm dir mal Zeit um auszuruh’n und lass deine Crew die Arbeit tun! (Dahinter verbirgt sich ein freies Wochenende, an dem ich mich nicht um den Stall kümmern muss). Wow!

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Die nächsten Monate folgten:
März: Kochen, Putzen – einerlei, wir sind bei allem mit dabei!

April: Seniorenteller mit Roastbeef muss sein, drum laden wir dich in die Tangstedter Mühle ein! (dazu muss man wissen, dass ich dort fast immer Roastbeef esse, und dann auch nur den Seniorenteller, weil es mir sonst zu viel ist:-))

Mai: An Brennnessel und Löwenzahn geh’n wir mit Spaß und Zugkraft dran: Unkraut, das ist dir ein Graus, wir rupfen’s mit der Wurzel raus!

Juni: Die Tangstedter Mühle, oh wie fein, lädt dich noch mal zum Essen ein!

Juli: Pferdeäppel auf der Wiese müssen nicht sein, denn wir sammeln sie im Juli ein!

August: Jetzt hast du endlich Zeit zum Lesen, denn die Schüler schwingen im Stall den Besen (noch einmal ein freies Stall-Wochenende!)

September: Müssen staubige Fenster sein? Wir sagen "nein!" und putzen sie rein!

Wow. Ich war und bin wirklich überwältigt über so viel Zuwendung und Anerkennung.

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Eine herzliche Umarmung aller meiner Gäste! (ich stelle hier nur eins rein, damit es nicht zuuuu langweilig wird!). Nachdem alle einmal Luft geholt hatten, hieß es: Torte essen!

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Und Christina forderte ganz bestimmend: Die musst DU aber anschneiden! Ich? Oh je… Na gut.

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Jetzt nur keinen Fehler machen und einigermaßen die Mitte treffen…

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Der erste Schnitt ist gemacht – jetzt muss Annette weiter schneiden – und hat die Verantwortung für die empfindliche Creme…

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Wie man sieht, hat sie das prima bewerkstelligt!