Mein neuer Mixer

Was für eine Banalität, werdet ihr jetzt denken. Oh nein, weit gefehlt. Es handelt sich nämlich nicht um irgendeinen Mixer, sondern um den sauteuren RevoBlend 500. Und warum habe ich mir das Teil angeschafft? Schon seit dem Sommer, wo es mir körperlich und mental echt bescheiden ging, dachte ich, ich muss etwas an meiner Ernährung ändern.

Ich hatte schon vor Jahren gehört, dass Rohkost das Nonplusultra in Sachen Fitness sein soll. So richtig vorstellen kann ich mir das ja nicht. Rohkost pur bedeutet: Kein Lebensmittel zu sich zu nehmen, das in irgendeiner Form behandelt oder verarbeitet ist. Das heißt: Kein Brot, keine Nudeln usw. Und natürlich auch nichts mehr warm gemacht.

Auf Dauer ist das nichts für mich, aber mal so als Kur dachte ich und kaufte mir ein entsprechendes Buch. Das wiederum war so schlimm geschrieben, dass ich sofort wieder davon Abstand genommen habe. Aber etwas ändern muss ich trotzdem. Ich fand ein weiteres Ernährungsbuch, das einen tollen Überblick über die Inhaltsstoffe in den einzelnen Gemüsen und Obstsorten gibt und außerdem noch darüber aufklärt, von was man in welchen Zuständen besonders viel essen sollte.

Ich habe auch gleich mit dem “esse mehr Gemüse” angefangen, stellt aber fest, dass ich soviel Gemüse gar nicht essen kann und es auch lange dauert es zuzubereiten. Und Rosenkohl oder Brokoli pur gekocht ohne “Beilage” schmeckt auf Dauer nicht. Die Garzeiten von einigen Gemüsesorten dauern einfach zu lang. Beim Obst komme ich oft nicht mit der Fruchtsäure zurecht. Das ist mir einfach zu viel, und oft ist bei mir schon nach einem halben Apfel Schluss.

Wochenlang habe ich mir Fruchtsäfte zubereitet. Weil ich im Winter immer Möhren im Stall habe, gab es Möhren-Apfelsaft, mal mit Orange verfeinert, mal mit einer Kiwi. Gern hätte ich Bananen genommen, aber die entsaften sich eigentlich gar nicht, verstopfen nur alles. Das war recht lecker – aber mit einem großen Abfallanteil und einer noch größeren Schweinerei in der Küche. Bis der Entsafter wieder sauber war, verging eine halbe Stunde. Also habe ich damit auch wieder aufgehört.

Dann endlich hörte ich von den Smoothies. Es wird alles an Obst und Gemüse durch den Mixer geknallt und dann getrunken. Es funktioniert aber nur, wenn man einen hochwertigen mit einer sehr hohen Umdrehungszahl benutzt. O.k. dachte ich: Nicht kleckern sondern klotzen, und kaufte mir den Revoblend 500 und blätterte genauso viele Euros hin, wie er in seinem Namen nennt! Dieses Monsterteil wurde heute Nachmittag geliefert.

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Klar, war ich gleich das nötige Zubehör einkaufen: Grünkohl, Papayas, Mandarinen, Orangen, Äpfel, gefühlte fünf Kilo Bananen, Tomaten, Avocado, Gurken, Feldsalat – alles, was die Gemüsetheke so her gab und noch bezahlbar war. Leider ist das meiste Obst noch zu unreif. Ich werde mich wohl noch ein paar Tage gedulden müssen. Vor allem die Bananen müssen tüchtig reifen. Dann gab es noch etliche Pakete Nüsse.

Der Trick bei den Smoothies ist, dass man 70 % Grünzeug mit 30 % Obst mischt. Nur wenn man genug Obst verwendet, ergibt sich die cremige, schaumige Mischung, die sich trinken lässt. Es ist mit dem Gerät auch möglich, eine heiße Suppe herzustellen, wenn man den Mixer länger laufen lässt.

Nachdem ich gestern Nacht in froher Erwartung auf das Teil schon stundelang YouTube-Videos angesehen hatte, wo eben genau diese Smoothies und Suppen zubereitet wurden, wollte ich mit einer Möhrensuppe beginnen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Motorengeräusch, das schon bei den Bewertungen als laut beschrieben wurde, ist weniger schlimm, als ich befürchtet hatte. Schließlich mixt der Mixer die Zutaten in unter 40 Sekunden sämig klein und das mit einem 2,5 PS starken Motor…

Nun ja, aller Anfang ist schwer. Ich muss noch ein bisschen herum experimentieren. Für den Anteil an Möhren habe ich viel zu viele Lauchzwiebeln verwendet. Die Suppe war so scharf, dass sie mir nicht geschmeckt hat. Eine Orange und ordentlich viel Sahne haben das wieder einigermaßen ausgeglichen, aber der Hit ist es noch nicht. Vor allem hatte ich in weniger als 10 Minuten gut zwei Liter Flüssigkeit erzeugt. Da muss ich ja drei Tage daran essen… Also die Mengen kann ich mehr als halbieren. Verwundert war ich allerdings, dass ich nicht einen Krümel Salz und keinen Pfeffer verwenden musste und diese Gewürze auch nicht vermisst habe.

Wie wäre es mit einem “Gesunddrink”, wie ich ihn mir morgens gut vorstellen könnte? Etwas Feldsalat, zwei Bananen, ein Stück Salatgurke, zwei Äpfel, eine Handvoll Cashewnüsse und etwas Zitrone – kein Zucker! DAS war eine Mixtur, die mir wirklich super gelungen ist. Schmeckt fantastisch, und ich habe das Gefühl schon nach einem kleinen Glas voll wirklich satt zu sein. Da ich schon wieder gut eineinhalb Liter gemixt habe, wanderte der Rest in den Kühlschrank. Ich bin gespannt, ob er ich ihn morgen immer noch so gut verquirlt vorfinde… Ich werde jedenfalls weiter berichten.