Tag 3 nach der Zahn-OP

Eigentlich hätte dieser Bericht ja schon gestern Abend drinstehen sollen, aber irgendwie ging es nicht. Konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen. Mir geht es immer noch sauschlecht. Und wenn ich erneut vor der Entscheidung stehen würde, das so wie jetzt machen zu lassen, ich würde ablehnen.

Die Beschwerden sind einfach zu unvorhersehbar. Oder man muss im Krankenhaus liegen, wo einem Trinken gebracht wird und man die Schmerzmittel über einen Zugang dosieren kann. Ich kenne mich mit Zahnschmerzen wahrlich aus, habe schon viel in meinem Leben ausgehalten – aber das, was in den letzten zwei Tagen in meinem Mund los war, toppte wirklich alles…

Gestern war ich soooooo entsetzlich schlapp, dass ich mit den Hunden nicht einmal zu Wiese gehen wollte. Jeder Schritt tat in meinen Zähnen weh, ich habe nur im Bett gelegen. Ist bei der Hitze (wir hatten wieder an die 30 Grad) auch nicht besonders angenehm.

Schon vorgestern Abend habe ich versucht die Notfallnummer meines Zahnarztes anzurufen. Er war natürlich nicht erreichbar. Aber hat am Sonntag früh zurückgerufen. Ich habe ihn gefragt, ob diese Wahnsinnsschmerzen und das Anschwellen (trotz ständiger Kühlung) normal wären. Ja, ist wohl leider so, da bei mir wohl auch außergewöhnlich viel gemacht wurde. Na ja, irgendwie müssen die fünf Stunden ja auch zusammenkommen.

Ich dürfte aber die Höchstdosis der Schmerzmittel erheblich überschreiten, und ab morgen (Montag) würde es allmählich wieder aufwärts gehen. Die erhöhten Schmerzmittel habe ich wohl nicht besonders gut vertragen. Ich habe so einen Durchfall bekommen mit kalten Schweißausbrüchen, dass ich dachte, ich kippe gleich vom Klo. Aber das tut man nicht, und sterben tut es sich auch nicht so leicht, auch wenn ich das in dem Moment glaubte. Ich hatte echt überlegt, den Notarzt zu holen, entschied dann aber anders, da der ja auch eine ganze Weile braucht, ehe er hier ist, und bis dahin mein Durchfall sicher erledigt war. Dann geht es ja immer gleich besser.

War dann auch so. Leider habe ich mir bei dem Versuch, meine völlig verschwitzte Hose vom Leib zu ziehen, mir derart den Rücken verdreht, dass ich danach kaum wieder aufstehen konnte. Die Hose klebte einfach so an den Beinen fest!

Danach kriegte ich noch ordentlich Schüttelfrost, weil ich so ausgekühlt war, und bin dann in einen komatösen Nachmittagsschlaf gefallen. Sabrina musste mich richtig anbrüllen, weil ich weder auf sie noch auf die Hunde reagiert hatte. SO fest schlafe ich normalerweise ja nicht.

Gott sei Dank ist heute das Wetter moderat. Ich kann wieder Luft holen, und in der Wohnung sind es auch nur angenehme 25 Grad. Heute früh habe ich schon Manuel getroffen, der seinen Stall sauber gemacht hat, zuvor die Boxen im Stall. Um fünf Uhr früh war Sabrina kurz vor ihrer Arbeit gekommen, unsere Stallpferde rauszulassen. Gegen 9 Uhr hat er dann die Pferde getauscht. Noch haben wir ja keine einzige Herde, da ja Thirilou noch nicht wieder ganz gesund ist.

Bin ich froh, dass der Stall hier so reibungslos funktioniert, alle Pferde putzmunter sind und rundum versorgt. Da muss ich mir keine Sorgen machen. Und als ich Manuel heute früh anquakte, dass ich wohl die nächsten fünf Wochen noch nicht wieder reiten könne, so wie ich mich fühlte, meinte er nur: Das macht doch gar nichts. Den Stall können wir auch noch zwei weitere Wochen versorgen, wenn das nötig ist.

Das beruhigt mich natürlich ungemein, wenngleich ich hoffe, spätestens übermorgen wieder “im Kleinen” einsatzbereit zu sein.

Ich grüße euch alle und bedanke mich von Herzen!