Tangstedt friert – trotzdem wird hier fleißig gewerkelt!

Heute war es besonders kalt. Der eisige Ostwind ließ Ohren und Nasen abfrieren. In den Boxen sind alle Ködel eingefroren. Und das stärkste: Als ich heute Ceras Boxentür öffnen wollte, ging es nicht. Sie war festgefroren! Ich musste mit meinem Vorschlaghammer ran. Was war gewesen? Cera hatte von innen einen ihrer Monsterhaufen gegen die Tür geschissen. Ich musste ihn mit dem Hackbeil entfernen. Unglaublich.

Die Pferde durften wieder zu zweit in die Halle zum Wälzen und zum sich Necken. Heute habe ich sie auch nicht laufen lassen, denn selbst der Hallenboden ist gefroren! Er ist nicht steinhart, aber schon sehr fest, und er macht “Bröckchen”. Ich müsste ihn durchgrubbern. Auf sicher müssen dort neue Gummischnipsel rein. Es haben sich offenbar zu viele im Laufe der Jahre verflüchtigt, sind beim Abäppeln und durch die Pferdehufe hinausgetragen worden.

Gegen halb drei habe ich mich völlig verfroren mit den Hunden in meine warme Wohnung zurückgezogen. Da hatte ich aber nur knapp eine Stunde bei einer Tasse Tee, als Mario Mewald mit seinem Hänger aufkreuzte: Er hatte die Hundehütte fertig! Es ist ein wahrer Hundepalast, mit einer großen, überdachten Liegefläche vor der Tür und einem ebenso großen Flachdach. Das hat Apollo auch gleich ausprobiert. Bei schönem Wetter werden die Hunde von oben den Überblick über den Hof bewahren und aufpassen! Die Hütte muss noch von außen gestrichen werden und sie braucht noch Dachpappe als Regenschutz. Aber das mache ich erst, wenn die Temperaturen wieder moderater sind. Morgen gibt es auch neue Bilder, versprochen!

Während ich mich mit dem Mist beschäftigte, kümmerten sich Manuel und Anna um ihre neuen Boxen. Trotz der Eiseskälte verkleidete Manuel die Badewanne untenrum mit Holz. Da wurde gesägt, gehämmert und geschraubt. Dann wurden die beiden fehlenden Futterraufen angebracht, und gemeinsam haben beide die Boxen und den Auslauf von allem Unrat befreit, der da noch herumlag: Farbeimer, Leiter, Pinsel, Werkzeug, Hundespielzeug usw. Gucken auch nirgendwo Nägel oder Schrauben aus dem Holz? Sind alle Gitter ausbruchsicher fest? Nun ist alles sauber und bereit für den Einzug – der schon morgen sein wird!

Das einzige, das noch fehlt, ist viel mehr Einstreu. Ich hatte ja schon “Altmaterial” aus meinen Boxen nach draußen gekarrt, die ersten 6 Sack Einstreu mit Wasser aufgelöst. Aber das reicht einfach noch nicht. Weil die Temperaturen so unterirdisch sind, dauert es fast 30 Minuten, ehe die Holzpellets bei dem kalten Wasser zerfallen. Ich habe gestern irgendwann abgebrochen. Nun werden wir die restliche Einstreu mit der Schubkarre zu meiner Terrasse fahren, wo ich sie mit heißem Wasser aus der Badewanne aufweichen kann. Das geht innerhalb weniger Minuten. Draußen wird der Kram sofort klumpig frieren, aber die Pferde werden es mit ihren Hufen ordentlich auflockern, hoffe ich…

Weil auch die nächsten drei Tage so lausig kalt sein sollen, muss die Einstreu dick sein. Die neuen Pferde sollen ja die Chance haben, bequem zu liegen – wenn sie sich denn überhaupt sofort hinlegen mögen.

Anna ist schon ganz aufgeregt über den Umzug. Ich aber auch. Und meine Pferde werden erst Augen machen! Da wird selbst die gelassene Cera ein wenig mehr Energie versprühen!

Und wie geht es Donovan? Gestern war ja der Tierarzt da. Es ist tatsächlich ein Hufgeschwür, das sich seinen Weg wohl irgendwo zum Hufballen bahnen will. Der Tierarzt konnte jedenfalls nichts aufschneiden. Ich musste also doch einen Aufweichverband anlegen. Eine Dose gutes Hengstenberg Sauerkraut in zwei ineinander gesteckten Gefrierbeuteln kam um den Huf und darüber gefühlte 50 Meter reißfestes Tapeband. Donovan stand da wie ein Schaf, war auch am Tierarzt überhaupt nicht interessiert, obwohl der den kranken Huf ordentlich mit der Hufzange abkniff.

Als ich den Hufverband endlich fertig hatte – einen Preis hätte ich dafür gestern nicht gekriegt – ging, nein torkelte Donovan sofort auf seinen Balkon. Er machte beim ersten Schritt einen kleinen Hüpfer: “Huch, was ist den das an meinem Fuß?”. Dann hob er das Bein und starrte es an. Er wäre fast am Türrahmen hängen geblieben vor lauter auf-seinen-Fuß-Gestarre. Natürlich hat er sofort wie blöd gescharrt, um das “Ding” wieder abzukriegen. Mit einer Handvoll Heuhäcksel konnte ich ihn vorübergehend etwas ablenken.

Ich weiß nicht, wie lange der Verband noch gehalten hat. Heute morgen jedenfalls umspielten Reste von Klebeband und Plastiktüte seinen Fußknöchel. Die Sohle des Verbandes inklusive dem Sauerkraut war weg. Trotzdem scheint es geholfen zu haben. Das Bein ist heute Nachmittag schon fast normal. Und in der Halle toben mochte Donovan auch.

So, für heute will ich enden. Morgen wird es aufregend, da kommen Julia und Angela zum Stall machen, ich werde also genug Filmer haben, die alle Ereignisse fest halten. Also: spätestens Montag hier wieder nachsehen, dann gibt es eine Menge Fotos von allen Beteiligten!