Unser Besuch in Redefin

Schon zu Weihnachten 2011 hatte ich von Reitschülerin Rita eine Karte für die Hengstparade in Redefin geschenkt bekommen. Das Gestüt – es wird übrigens ungewöhnlicher Weise von einer Frau, Antje Kerber, geleitet – feierte in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag. So entstand die Idee, mit einigen Reitschülern an diesem Ereignis teilzunehmen. Ich hatte für uns die zweite Hengstparade ausgesucht (am 16. September), weil zuvor noch zu viele Reitschüler in Urlaub waren. Um das Fazit des Besuches gleich vorweg zu nehmen: Ich persönlich war ein bisschen enttäuscht, hatte mir zur 200-Jahrfeier mehr versprochen.

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Die Hengste, die dort gezeigt wurden, waren allesamt prachtvolle Pferde, die geritten, gefahren und im Sprung über Hindernisse gezeigt wurden. Aber für mich persönlich gab es wenig Höhepunkte. Das mag natürlich daran liegen, dass ich im Laufe meines Reiterlebens schon so ziemlich alles gesehen habe. Waghalsige Stunts wie Ungarische Post und Wagenrennen reißen mich nicht mehr so vom Hocker. Ich hätte gern mehr gute Dressur oder Arbeit am Langen Zügel auf hohem Niveau gesehen.

Ich habe so ein bisschen die emotionale Seite vermisst, es gab keine Darbietung “fürs Herz”. An diesem Tag fehlten in meinen Augen so spannende Vorführungen wie die “Arbeit an der Hand” vom schwedischen Nationalgestüt oder das Schaubild aus Ganschow.

Die Tribünen waren bis auf den letzten Platz ausgebucht – rund 6000 Besucher waren gekommen, die Parade zu sehen. Könnt ihr euch vorstellen, was es bedeutet, wenn 6000 Leute zur Pause losstürmen, um Pipi zu machen oder sich etwas zu essen zu besorgen? Die Schlangen vor den Imbissbuden waren endlos, die vor den Klos noch viel länger. Ich glaube, dass die Veranstalter mit so vielen Besuchern überfordert waren. Rund um den Paradeplatz mit seinen Tribünen gab es kaum ein Durchkommen, von Sitzplätzen mal ganz zu schweigen. Ist nämlich nicht ganz einfach, Bratwurst, Brot und Kaffee in der Hand zu halten und dann noch zu essen…

Es war trotzdem ein gelungener Tag. Petrus hatte schon zwei Tage zuvor für sonniges, nicht zu warmes Wetter gesorgt. Ich zeige euch hier eine kleine Fotoauswahl, die Angela und Kerstin geschossen haben:

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Bei unserer Ankunft. Wir folgten den Massen… …und genehmigten uns erst einmal einen Kaffee. Noch 45 Minuten bis Showbeginn
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Eröffnung mit dem Fanfarenzug Blick auf das Hauptportal des Gestüts
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Eines der beeindruckendsten Pferde: ein vierjähriger Hengst, der als Paukenpferd in der Eröffnungsparade mitging.… Der Reiter ist mit dem Pferd paukender Weise auch galoppiert!
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Der Fanfarenzug “Ungarische Post”
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“Ungarische Post”: Mut und eine Menge Körperbeherrschung gehört dazu, um sich auf den galoppierenden Pferden zu halten. Hier wurden junge Dressur-Landesmeister geehrt. Süße Mädchen mit schmucken Pferden.
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Springen über Naturhindernisse, die von Kaltblütern gezogen wurden. “Topfschlagen” zu Pferde. Ein Reiterspiel von annodazumal
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Das war mein persönliches Highlight: die sogenannte Fahrschule. Ein Pferd geritten, ein zweites in langen Leinen davor. Das würde ich gerne mal mit Dango und Cera ausprobieren… Die große Dressurquadrille aus 20 Reitern. Hier eine der Vierergruppen.
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Die große Dressurquadrille der Lützower Jäger Die Quadriga von vorn
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Unten: Blick auf einen Teil der Stallungen. Die Quadriga, ein römischer Kampfwagen, gezogen von vier Hengsten.
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Beeindruckend: Der 16-Spänner mit Hengsten, einige darunter sind gerade erst eingefahren. Über 800 Meter Fahrleinen hält der Kutscher in der Hand…
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Wirkt schon ein bisschen unübersichtlich… Jedes Jahr dabei: die historische Postkutsche
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Wieder auf dem Heimweg: Angela, Sabrina, Elsa und ich… …und Kerstin und Sabrina

Um den Besuchermassen Herr zu werden, liegen die Pkw-Parkplätze außerhalb des Gestütsgrundstückes auf einer Riesenwiese. Ca. zehn Minuten Fußmarsch vom Paradeplatz entfernt. Obwohl dort mindestens 2000 Autos parkten, kamen wir ziemlich zügig vom Platz – dank der zahlreichen Parkwächter, die aufpassten, dass sich die Wagen aus allen Reihen im Reißverschluss-System auf die Straße einfädelten.

Die ganze Veranstaltung hat über vier Stunden gedauert, und ich wurde schon ganz unruhig wieder nach Hause zu kommen: Meine Hunde mussten schon seit zehn Uhr in ihrem Gehege ausharren. Ich hatte große Sorge, dass sie sich irgendwo unterdurch gegraben hatten. Es war immerhin das erste Mal, dass sie so lange alleine bleiben mussten.

Es war schon dunkel, als ich endlich zu Hause eintrudelte – und die Hunde schlafend in ihrem Häuschen fand! Was haben die sich gefreut!