Unsere Fahrt nach Siegen, die Hunde zu holen

Ich hatte hier ja am Sonntag mitten in der Nacht geschrieben, dass wir gleich auf dem Weg sind. Fünf Minuten nach dem Posting war Sabrina da. Wir haben dann hier erst noch gemütlich einen Tee getrunken und sind dann los gefahren.

Die Fahrt war anstrengend – nicht nur wegen der Dunkelheit und sehr starkem Nebel, sondern auch wegen der entsetzlich vielen Baustellen, wo wir nur 80 km fahren konnten. Als es anfing zu dämmern, hielten wir an einer Autobahnraststätte und haben uns erst einmal ein warmes Frühstück gegönnt.

Wir kamen dann auch prompt mit 30 Minuten Verspätung an. War aber kein Problem, denn der Transporter mit den Hunden lief zeitgleich ein. Er war also auch verspätet.

Es standen schon gut 20 Leute herum, die auch alle ihre Hunde abholen wollten. Es dauerte noch gut 20 Minuten, ehe der Wagen geöffnet wurde. Was für ein Gebelle und Gejaule!

Meine beiden saßen in der Kiste weit oben, wurden dann auch zuerst herausgeholt. Sie waren ganz verängstigt und wollten erst nicht aus ihrer Kiste. Die Fahrer mussten sie herauszerren. Beide Hunde haben dann auch sogleich auf den Boden gepieselt. Und was haben sie gestunken! Sie hatten unterwegs Durchfall gehabt und mussten notgedrungen darin liegen.

Die Kleinen waren völlig durch den Wind. Kein Wunder. Alle Leute waren aufgeregt, die Hunde nicht minder. Weil wir ja noch so eine weite Rückreise hatten, wollte ich so schnell wie möglich los. Ich habe die Papiere unterschrieben, das restliche Geld bezahlt, dann ging’s ab nach Hause.

Die Hunde waren erstaunlich ruhig. Haben sich auch bald hingesetzt – und den nächsten Haufen gemacht. Puh… Während ich alleine hingefahren bin, hat Sabrina die Rückfahrt übernommen. Wir beschlossen, ohne Pause durchzufahren – mal abgesehen von einer kleinen Pinkelpause. Der Rückweg war leichter, einfach, weil es hell war und der Nebel nicht mehr so gestört hat.

So kamen wir schon um 16.30 in Tangstedt bei strahlendem Sonnenschein an. Und wir hatten ein kleines Empfangskommittee: Julia und Pauline waren noch da – sie hatten freundlicherweise die gesamte Stallarbeit übernommen. Vielen, vielen Dank an dieser Stelle!

Ich musste die Hunde wieder aus ihrem Käfig zerren, weil sie wollten auch in ihrem neuen Zuhause nicht aussteigen. Dann ging’s mit den Hunden erst einmal ab in die Halle, Beine vertreten. Beide Hunde haben gleich gepinkelt und jeder noch einmal einen dicken Haufen gemacht. Sie hatten beide Dünnpfiff – und unglaublich viel Durst. In meine Wohnung musste ich die Wauwis tragen. Sie wollten partout nicht zu Fuß gehen. Kann ich aber auch verstehen…

Am liebsten hätte ich beide am Sonntag Abend noch gebadet, aber das habe ich dann doch nicht gemacht. Gestank hin oder her. Ich glaube, das hätte sie endgültig geschockt!

Sabrina hat sich gleich verabschiedet, und auch die anderen waren bald weg. Ich habe die stinkigen Hunde in ihren Hundekäfig gesperrt und mich am Boden neben sie gelegt. Auch ich war fix und fertig. Wir sind beide immerhin fast 1000 km an einem Stück gefahren…

Ich hatte ja schon einen Käfig im Schlafzimmer hergerichtet, dann aber doch entschieden, beide im Wohnzimmer zu lassen. Nicht nur, weil sie so gestunken haben, sondern auch, weil ich fürchtete, sie würden total unruhig sein. Spät abends war ich mit beiden noch einmal in der Halle – ein bisschen zum Toben und zum Pipi und Haufen machen.

Ich bin todmüde ins Bett gefallen. Die Hunde waren recht ruhig – jedenfalls habe ich sie nicht gehört. Am nächsten Morgen bin ich schon um 7.00 Uhr aufgestanden und mit ihnen wieder in die Halle. Sie hatten noch einen Haufen in ihren Käfig gemacht. Wie gut, dass ich ein paar Decken auf Vorrat gekauft habe, so dass ich immer tauschen und die verdreckte Decke dann gleich in die Waschmaschine kann.

Am Montag war ich mit den beiden Rackern noch fünf Mal in der Halle. Sie liefen mir schon ganz gut hinterher – nur Zeus, das ist der hellere, den musste ich immer noch tragen.

Und schon wieder muss ich Sabrina auf das Höchste loben. Sie hat diese Woche Urlaub und es übernommen, morgens für mich den Stall zu misten. Das ist mir eine große Hilfe, weil ich nicht weiß, wo ich die Hunde in der Zeit lassen soll.

Am Montag Abend hatte ich dann den totalen Durchhänger. War meine Entscheidung mit den Hunden die richtige? Eigentlich bin ich doch total bescheuert, mir das anzutun!

Die Hunde bekommen jetzt noch eine Woche lang Rescue-Tropfen und Walnut Bachblüten. Die Rescue-Tropfen habe ich dann auch gleich selbst genommen. Hat aber erst nichts geholfen…

Der zweite Tag – der heutige – war schon viel leichter. Die Hunde scheinen hier viel besser angekommen zu sein. Sie schlafen auch viel ruhiger. Und das ständige Fiepen hat fast ganz aufgehört. Sie liegen mir gern zu Füßen, wie auch jetzt, wo ich am Computer sitze. Apropos "Sitz": Das können die zwei Racker auch schon. Nur wenn sie sich vor mir hinsetzen (in der Halle), bekommen sie ein Mini-Leckerli. Das haben sie superschnell gelernt.

Ich habe heute auch begonnen, die zwei jeweils mit ihrem Namen zu rufen. Hoffentlich gewöhnen sie sich bald daran…

Die armen müssen sich fühlen, als hätte man sie auf den Mond verfrachtet! Fernsehgeräusche, das Klingeln des Telefons, das Klappern der Tastatur, das Klappern der Wählknöpfe vom Telefon – alles ist neu und beängstigend.

Aber das wird in den nächsten Tagen besser werden!

So, jetzt warte ich, das die Hunde-Agility-Gruppe mit ihrem Training in meiner Halle fertig ist, damit ich noch mal hinein kann. Und dann geht es wieder früh ins Bett. Die beiden Babys sind einfach anstrengend!