Wasser-Memme Donovan

Ein kühles Bad aus dem Wasserschlauch tut den Pferden zurzeit gut. Donovan wollte ich dieses Vergnügen auch gönnen – aber der steht auf Wasser so gar nicht.

Am ersten Tag konnte ich die Distanz zwischen Wasserschlauch (er tröpfelte nur etwas, ohne Wasserspritze dran) und Donovan immerhin von 10 Metern auf ca 3 Meter verringern. Aber nicht, dass es mir möglich gewesen wäre, Wasser auch nur in seine Nähe zu bringen!

Am zweiten Tag war ich schlauer und stellte einen Wasserbottich nach draußen. Den kennt Donovan ja schon vom Winter, als er damit getränkt wurde. Dort habe ich den Schlauch hineingehalten.

Aber ein Wasserbottich, der nicht an der gewohnten Stelle beim Stall steht, sondern draußen VOR dem Stall, ist gefährlich und frisst alle russischen Trakehner dunkelbrauner Farbe! Donovan hat sich noch viel ärger angestellt, wollte nicht einmal mehr an dem Trog vorbei in den Stall gehen. Ich hatte das lange Führseil dran, um Donovan genug Spielraum zu geben. Es war aber nicht lang genug, dass ich in die Stallgasse gehen konnte, um das Wasser wieder abzustellen.

Der Bottich war irgendwann voll und lief über. Jetzt wollte Donovan erst Recht nicht mehr daran vorbei. Ich hätte das Pferd würgen können! Zur selben Zeit kam urplötzlich ein heftiger Sturm auf, der alles durcheinander wehte und wir standen schon in einem kleinen Sandsturm. Es wurde tief schwarz am Himmel. Gleich würde es mächtig schütten – und ich stand da mit einem Pferd, das seine Beine keinen Millimeter bewegen wollte!

Ich habe dann nachgegeben und mit dem Pferd nach draußen gegangen und dann durch die Halle zurück in seinen Stall. Letztendlich sind dann nur wenige Tropfen gefallen, und die Unwetterwolken waren zehn Minuten später wieder weg. Der Sturm auch.

Heute gab es einen neuerlichen Versuch, und es zeigen sich erste Erfolge. Ich habe immerhin die Vorderfüße nass machen können und sogar ein wenig die Brust. Donovan ist echt schissig dabei – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor lauter Anspannung äppelt er jedes Mal Riesenhaufen in die Einfahrt. Nun ja, ich werde nicht aufgeben. Morgen geht’s weiter…